… über den Tellerrand …

… über den Tellerrand …
8. April 2021

… über den Tellerrand …

Aus einer skandinavischen Polizeistation wird eine Autowerkstatt, dann eine peruanische Ausgrabungsstätte, kurz darauf ein Wohnzimmer mit halbnackter Frau drin, dann wieder ein Polizeirevier.

Mein Kopf sucht das, was das Sofa gerade meinem Körper gibt. Entspannung.
Die Fernbedienung zeigt mir Menschen die reden, Leute die schreien, die stöhnen, lachen und versuchen mich von ihren Matratzen zu überzeugen.
„Schalt bloß weiter“ sagt mein Hirn, und hofft, dass nichts kommt, was irgendwie mit Kochen oder Essen zu tun hat. Denn es ist eigentlich müde, genau wie mein Körper, genau wie jede Nacht um 2 Uhr.

Das muss so eine Art Berufskrankheit sein.
Auch wenn wir essen gehen, bestellen Gaumen und Zunge immer das Unbekannte-Außergewöhnliche. Und wenn dann das Essen kommt, ist das so, als würde man die schwarze Box öffnen und das Analysieren beginnt.

Glück gehabt, bis jetzt nur Monster, noch mehr Gerede und Sportzusammenfassungen.

Essen ist ein tägliches und wichtiges Thema. Es bestimmt wesentlich unser Wohlbefinden. Und es ist ein hoch interessantes Thema, eines, dem nie der Stoff ausgeht. Es lohnt sich, öfters einen Blick in diese Welt zu werfen.

„Ja.“ meldet sich mein Gehirn „Aber muss das nachts um 3 sein?!“
„Mir egal,“ sagt der Körper „ich liege bequem.“

Die Welt der Kulinarik ist eine weite Welt, mit unendlich vielen Facetten und Möglichkeiten. Jeder kann in ihr ein Experte werden, denn es gibt kein Richtig oder Falsch. Es muss „nur“ schmecken und bekömmlich sein. Essen ist jeden Tag Genuss und Notwendigkeit zugleich, manchmal auch Belohnung oder Medizin für Leib und Seele. Auf jeden Fall ist es ein großer Teil unseres Lebens.

Der Handywecker klingelt. Schon ziemlich lange, glaub ich. Ich ächze mich aus dem Bett.
„Aber wir haben etwas über die Essgewohnheiten der mesopotamischen Mittelschicht gelernt.“ ätzt mein Gehirn, „das war es doch wert.!?“„Ja! Ich hab da schon eine Idee.“ sage ich, und greif zum Telefon.
„Das will ich unbedingt probieren...“

Gruß aus der Küche
Jens Röcke